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Junge Leute und Bier – das war über viele der letzten Jahre keine große Liebe. Bier hatte bei der jungen Zielgruppe nicht (mehr) den besten Ruf, galt als altmodisch, als „Opa-Gesöff“ und geschmacklich neben der Spur. „Bier ist mir zu bitter, ich brauche es süßer“, hörte man von der Generation 18+ noch vor zehn Jahren. Oder auch: „Ich achte auf meine Gesundheit, ich trinke keinen oder nur wenig Alkohol!“
Die Brauereien reagierten mit ganz unterschiedlichen Rezepten. Gesüßte Bier-Mixe (Bier und Fruchtzusätze) kamen in Mode, auch die süßen, klebrigen, alkolholstarken und teuren Alcopops fanden zunächst reißenden Absatz. Ebenso legten alkoholfreie Biere kräftig zu. Aber wie das so ist mit Modetrends: Sie kommen, sie boomen – und sie verlieren wieder an Strahlkraft. Und siehe da: Heute ist Bier bei den jungen Leuten auf einmal wieder angesagt, ja richtiggehend sexy.

Qualität ist mehr denn je gefragt
Dabei achten viele jugendliche Biertrinker zunehmend auf Qualität, auf Spezialitäten, auf Authentizität und auf Innovationen. Der Preis spielt eine ziemlich untergeordnete Rolle, sieht Michael von Rieff, geschäftsführender Gesellschafter von Kölsch-Marktführer Reissdorf die Entwicklung wieder mit Optimismus. Und wird vom Markt bestätigt, der auch einen Trend zu regionalen Bieren, zu handwerklich gebrauten „Crafts“ und zu ungewöhnlichen Bier-Kreationen kennt. Die junge Generation heute ist wählerisch, anspruchsvoll, neugierig und aufgeschlossen Neuem gegenüber. Die reichhaltige Palette von Craft-Bieren mit teilweise „schrägen Zutaten“, die alle einen Geschmack jenseits des Mainstreams haben, zeigt das – Craft-Biere haben ihre Fangemeinde.
Für viele etablierte Brauereien wie etwa Reissdorf gilt es jetzt, die neue Lust auf Bier der „Generation Smart­phone“ so zu nutzen, dass aus experimentierfreudigen Biergenießern auf Dauer Stammkunden der angestammten Marke werden. Michael von Rieff: „Daran arbeiten wir.“

Bier ist bei jungen Leuten – auch dank der Craft-Bewegung – wieder sehr angesagt. Reissdorf Kölsch hat seinen Kultstatus behalten.